Release-Gig: Punk ist wohl wirklich tot

Es hat ja Tradition, dass wir immer ein Konzert geben, wenn wir ein neues Release rausbringen. Als echtes Punk sind mir Traditionen natürlich wichtig, ich hab auch brav Bier getrunken und rumgegrölt. In der analogen Welt, ganz real. Phant hielt das Konzert für ein bisschen überflüssig, sagt aber, es hat trotzdem „mehr Spaß gemacht, als ich gedacht hätte“. Phant ist deutlich weniger traditionsbewusst als ich.

Ob das Konzert gerechtfertigt war? Keine Ahnung. Punk is Dead ist ja kein ganzes langes Album, sondern nur eine EP quasi, es geht nicht mal ne halbe Stunde. Dementsprechend kamen nur 2 Leute – Punk ist wohl wirklich tot.

(Und einer davon war mein Vater, der muss ja quasi kommen. Wie soll ich gegen meine Eltern rebellieren, wenn sie nicht zu meinen Konzerten kommen?)

Aber es hat trotzdem echt viel Spaß gemacht, auch weil es sowohl den beiden als auch uns echt egal war, und so war es ne schöne kleine Runde.

Ich war ganz stolz, dass wir unser gesamtes Equipment in die beiden Bass-/Gitarrentaschen gekriegt haben. Phant wollte unbedingt einen Rucksack mitnehmen, aber ich habs auch so hingekriegt:

Eine Sache die wir jetzt mehr machen, ist dass auch Phant bei zwei Songs Gitarre spielt – _miley und _wut. Und ich spiele jetzt Bass bei _spaß, und Mundharmonika bei _miley. Phant hat es ne Menge Spaß gemacht, Gitarre zu spielen, und bei _spaß rumzuschreien – der Song ist so ein Song wo das grade so geht, aber der auf keinen Fall noch länger gehen könnte. Bei _twinks ist das ähnlich. Phant weiß aber nicht, ob das in den Blogpost muss. Sind nur so Sachen, die ihm gerade dazu einfallen. War mir aber egal, habs trotzdem reingeschrieben.

Insgesamt hat sich das Ganze ein bisschen angefühlt wie ein artsy Kleinkunstfilm-Premiere – Gerade weil das Heizhaus so ein kreativer Kultur-Kunst-Ort ist, der ja sogar Kulturpreise vom bayrischen Wirtschafts-Ministerium entgegennimmt. Und wir hatten quasi auch ein Regisseurgespräch am Ende, da haben wir mit dem Publikum noch ein bisschen über unsere Produktions-Workflows gequatscht, und was diesmal anders war. Das ist wohl dieser Ausverkauf/Punkverrat, von dem immer alle reden.

Doch zwischendurch, als ich mein Bier herunterschüttete und „Miley Cyrus is more punk than me“ ins Mikro grölte – da spürte ich es wieder, das elektrische Gefühl, wegen dem ich es bis heute nicht ertrage, wenn meine Haare nicht gefärbt sind.

Hello Darkness my old friend.

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