42. Gig – Wie verhext
Nach unserem letzten Auftritt hat ph4nt. einen Preis bekommen – dafür, dass es 600km Zug gefahren ist, nur um sein „band mate“ zu unterstützen. Es war ein super-cuter, selbstgemachter Hexenhut! Und nicht nur die Haecksen, auch ich war sehr dankbar.

Schon Monate vorher habe ich mich auf die Chaos Feminist Convention gefreut – das erste Mal, dass die Haecksen, die FLINTA-Vernetzung im Chaos Computer Club, eine eigene Konferenz organisieren. Ich reichte direkt drei Talks/Workshops und ein Konzert fürs Programm ein, in der Annahme, dass eh 2-3 davon abgelehnt werden würden.
Vor allem ein Konzert hielt ich für unrealistisch. Immerhin ging es in erster Linie um Vorträge & Workshops, da braucht man höchstens Mikros & Boxen fürs Reden – nicht für Gesang, geschweige denn für basslastige Rhythmen und unsere E-Gitarre.
Aber zu meiner Überraschung wurden tatsächlich alle vier Einreichungen angenommen, und Zombielypse managte das Kunststück, alle eingereichten Formate in dem Wochenende unterzubringen – und das, ohne selbst physisch bei der Convention anwesend zu sein. Dafür einmal großen Applaus, bitte!
Dadurch, und durch ganz viele andere fleißige Haecksen, haben wir jetzt auch ein richtig gutes Live-Video von dem Auftritt! Hier könnt ihr euch das ganze also nochmal ansehen:
Leider war die Gitarre am Anfang noch zu leise und dumpf, aber das ging auf mich – nach ein paar Songs regelte ich sie etwas nach oben. Auf jeden Fall geil, dass man die Stimme so gut versteht. Die Haecksen, die uns gemixt haben, waren auch richtig nett & kompetent. Es war alleine schon ein riesen Act das ganze Auftritts-Equipment für diesen Vortrags-Ort aufzutreiben.
Besonders bemerkenswert fand ich auch die Lichtshow im Hintergrund – wir hatten nichts für den Beamer mitgebracht wie damals beim International Human Rights Film Festival, sondern eine Haeckse verfremdete den Kamera-Feed, so dass unsere Silhouetten bunt und gemustert auf die Leinwand hinter uns geworfen wurden. Völlig spontan improvisiert.
Bis auf 2-3 Leute, die sehr enthusiastisch waren, wurde nicht so viel getanzt – die meisten Haecksen sind halt doch eher Nerds als Partymäuse 😉 aber dafür haben wir viele Komplimente für die Texte bekommen. Für unsere Kombination aus Technologie-Kritik, Queerfeminismus, und Anarchismus gibt es vermutlich keine bessere Crowd. Auch deswegen wollte ich unbedingt auf der CFC auftreten.
Insgesamt war das Wochenende für mich ganz schön stressig. Ich kam direkt von einer anderen Konferenz in Frankreich, und hatte in der Woche schon zwei Nächte im Flixbus verbracht. Dass ich dann noch pro Tag zwei Slots unterbringen, und teilweise noch vorbereiten musste, war nicht ohne. Nächstes Mal mache ich auf jeden Fall weniger^^
Aber immerhin konnte ich dadurch die Convention voll auskosten – während ph4nt. für unsere einstündige Show insgesamt 18 Stunden im Zug saß, und auch am nächsten Morgen schon wieder los musste. Dafür hat es wirklich einen Preis verdient, auch wenn es leider schon wieder im Zug saß, als es ihn erhielt.
PS: Wen es interessiert, es gibt auch noch Aufzeichnungen von zwei meiner Vorträge 🙂 in einem davon erzählen Smartie & ich was über IT-Sicherheits-Workshops (wobei es uns auf der Easterhegg besser gelungen ist), und in dem anderen ging es um webxdc, eine revolutionäre Technologie, um Apps in einem Chat zu teilen.