43. Gig – weder Riot noch Kommerz

Zum dritten Mal schon hat letztens der unkommerzielle CSD in Nürnberg stattgefunden, und zum dritten Mal war ich dabei! 2023 stand ich bei der Premiere solo & in Glitzerpants auf dem Kornmarkt, letztes Jahr haben wir als das_synthikat den Burgberg beschallt und dieses Jahr in der Rosenau Songs vom synthikat, ph4nt. und erstmals Gerissene Seiten gespielt. Das war auch deshalb besonders, weil ich einen Tag vorher in einer Viertelstunde die Bassläufe zu Namis unveröffentlichtem Banger „Ladylike“ gelernt hab. Bass hab ich ja früher mal mehr gespielt, nun war das meine erste Bühnenperformance am Viersaiter seit Mitte 2022.

Nami & ich sind bis zur Zwischenkundgebung bei der Demo mitgelaufen, die nicht gerade ein Riot war, aber bunt, kämpferisch und eben ohne den ganzen kommerziellen Rummel & die Beteiligung fragwürdiger Orgas wie der große CSD. Wobei das Thema Pinkwashing für mich leider an Relevanz verloren hat – heute mach ich mir mehr Sorgen, ob ich unversehrt durch den Alltag komme als dass mich BMW auf einer Pride aufregt, so die nicht eh in vorauseilendem Gehorsam an Trump oder den deutschen Faschismus ihre Teilnahme an CSDs abgesagt haben. Die Lyrics von Tracks wie Bester Freund sind immer noch wahr, fühlen sich aber für mich mittlerweile doch etwas dated und verglichen mit heute harmlos an…auch deswegen hab ich ein paar neue Songs zu diesen Themen geschrieben – doch dazu später 😉

Auf dem unkommerziellen CSD waren also viele Friends & Verbündete, und unser Auftritt durfte das Straßenfest eröffnen. Die Technik war gut und wir haben tight gespielt, auch die ungeübteren Tracks haben Spaß gemacht! War entspannt, mich bei Korsett mal nur auf den Gesang konzentrieren zu können, und bei Ladylike Bass zu spielen ist ein fordernder, aber spaßiger Ride – ich freu mich schon drauf, wenn der Track (und Namis Album) released wird 🙂 Ebenfalls auf dem Straßenfest debutiert hat übrigens der Queerotic-Kalender für’s Jahr 2026 – das Shooting war ein großer Spaß, also hab ich mich sehr gefreut, das fertige Produkt in Print zu sehen =^.^=

Danach haben wir uns noch die schönen anderen Konzerte angehört von Wutholz, Compost und Trannarchy und die Begegnung mit queeren Friends genossen. Wir ziehen ja bald nach Halle, und es hat mich wieder mal berührt, wie viele tolle Menschen wir hier in Nürnberg kennen, mögen und wie viel Support wir hier erfahren :3

Mit dem Support ging’s danach weiter! Nachdem ich nochmal kurz gepennt hab bei mir hab ich mich für Mitternacht aufgemacht zur Aftershowparty im P31. Einer meiner neuen Songs hat nämlich nicht bei unserem Auftritt bei der Endkundgebung Premiere gefeiert, sondern als Surprise-Feature bei Schlingelkinds Set! Schlingelkind hatte mich eine Woche zuvor eingeladen, einen unreleaseden Track für dessen Technoset beizusteuern. Da hatte ich zwei Kandidaten im 140 BPM-Bereich, und hab auch zu beiden einen Text geschrieben. „Kein zurück“ (Arbeitstitel) war dabei mein technoidestes Instrumental, und mit den Lyrics um Sichtbarkeit, Angst, Empowerment und bleiben vs. gehen, die im Eindruck des CSD in Sonneberg entstanden sind, bin ich zeimlich happy. Ich hab davor viel zu Schlingelnkinds Set getanzt & war langsam durch & verschwitzt, viel üben konnte ich auch nicht, war aber voller Vorfreude. Nachts um halb 3 sind dann sind auch echt einige Leute fix zu meinem Surprise-Feature in den stickigen P31-Keller gehuscht, und der Track kam live mega-gut und sehr powerful! Was draus wird seht ihr auf dem kommenden ph4nt.-Album 😉

Das war für mich der wundervolle, dopaminerfüllte Abschluss eines langen, tollen emotionalen Tages <3 Danke an alle Queers die mit uns sichtbar bleiben, laut sind und für eine nicht ganz so beschissene Zukunft kämpfen!

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