Vierzehnter Gig – Playback-Punk

Letztes Wochenende war unser erster Auftritt seit 2020! Und es hat sich angefühlt, als würden wir da weitermachen, wo wir vor der Pandemie aufgehört haben. Es war unser coolster und größter Auftritt bisher – so ca. 100-150 Leute.

Punk braucht Sitzplätze

Wir haben als letzte von drei Bands bei „Punk braucht Raum“ gespielt – im Splittertorgraben, mitten zwischen mehreren Burschenschaften. Die hatten sich schon vorher über das Konzert beschwert, da gab es wohl mehrere Schlichtungsgespräche beim Ordnungsamt, wurde uns erzählt. Aber auf dem Konzert fiel dann nur ein Spruch gegen die Burschis, und auch sonst war die Punkigkeit des ganzen durchwachsen 😉 wie Punk sind Sitzplätze?

Ein paar Gruppen von Stühlen sind auf dem Hof verteilt. Später sitzt hier das Publikum.
Beim Aufbau war noch alles in schöne kleine Corona-Inseln aufgeteilt.
Zwei Cyberpunks stehen auf einer Bühne und machen Musik, davor tanzen Leute.
Später sind die Grenzen zugegebenermaßen etwas verwischt.

Außerdem gab es einen Backstage – mein erstes Mal überhaupt in einem Backstage. Ich habe mich leicht unsicher gefühlt dort, für Phant ist das viel normaler. Aber ich finde die Sonderstellung, die Musiker*innen bei sowas haben, ein bisschen weird. Bühnen generell sind so eine Sache – da ist man ja gar nicht mehr auf Augenhöhe.

Ein Backstage, auf einem Tisch liegen Snacks, rechts steht ein Sofa, auf dem Boden liegt ein Teppich.
Phant sitzt an einem Tisch, lacht, und trinkt ein alkoholfreies Bier.
Im Backstage, links steht ein Sofa, rechts ein Getränkekühlschrank. In der Mitte steht ein Ventilator.

Was umso punkiger war: das Projekt 31 hat eine Rede gehalten – die haben eine Räumungsklage am Hals und brauchen gerade Geld, um ihren Freiraum zu erhalten. Außerdem ist das eine gute Gelegenheit, sich dort einzubringen – vielleicht gibt es die ja bald nicht mehr :$

Punk braucht Unfälle

Es ist natürlich wieder einiges komplett schief gelaufen, und wir mussten spontan improvisieren. Zum Beispiel hatte Phant spontan Fieber, weil es 2 Tage vorher den zweiten Shot Moderna bekommen hatte. Aber sick is normal, dann hat es sich halt ein bisschen zusammengerissen. Ohne Schmerzmittel! Phant ist hart im Nehmen.

Oder dass Leopard eine Reifenpanne auf dem Hinweg hatte, und Lars, der Sänger, dann den Rest der Strecke trampen musste, weil der ADAC-Typ rumgestänkert hat, weil sie einen Sitzplatz zu wenig hatten. Dadurch kamen sie Stunden zu spät und haben den Soundcheck verpasst, aber ihre Laune hat das nicht beeinträchtigt.

Übrigens war Lars mit trampen trotzdem schneller als der Rest der Band, die den Reifen auswechseln mussten. Leopard treten in Blaumännern auf, insofern hatten sie sogar schon die passenden Klamotten dabei. Wir sind jedenfalls froh, dass wir unser Equipment einfach mit dem Fahrrad transportieren können, und keinen Van brauchen 😉 #Verkehrswende

Die vier Jungs von Leopard sitzen am Boden, trinken Bier, und lächeln in die Kamera. Rechts von ihnen sind Bierkästen zu einer Wand aufgestapelt. Sie tragen Blaumann-Latzhosen.
Leopard, als sie endlich angekommen waren. Dort, wo sie sich am wohlsten fühlen – beim Getränkelager.

Noch ein Unfall: direkt beim ersten Song (_paranoia) riss mir die A-Seite. Zum Glück kam mir direkt Jakob von Leiden zur Hilfe und lieh mir für den Rest des Gigs seine Gitarre. Von ihm hatte ich mir eh schon ein Verzerrpedal geliehen. Leiden ist eh eine coole Band, Phant hat da ja auch früher mal Bass gespielt.

Punk braucht einen Laptop

Der Auftritt selbst hat dann aber total gerockt. Wenn Sachen schief laufen, ist das ja oft gut für die Stimmung. Die Leute haben von Anfang an getanzt. Leiden und Leopard hatten sie schon gut aufgewärmt 😉

Phant und Nami von hinten, wie sie auf der Bühne stehen und spielen. Vor der Bühne tanzen Leute.
Menschen tanzen! Zu unserer Musik! Woah!
Die Bühne von vorne, es tanzen Leute. Im Vordergrund steht ein Mensch am Mischpult.
Die Technik hat wirklich einen großartigen Job gemacht.

Wir haben auch drei Songs von unserem neuen Album gespielt – end of file ist hoffentlich in 1-2 Wochen fertig. Weil die neuen Songs aber zu viele Layers haben, kamen jeweils 3/4 der Spuren als Playback vom Laptop – ist das noch Punkrock? Mein Laptop ging jedenfalls einen Tag später kaputt. Vor Scham? Man weiß es nicht. Es klang jedenfalls gut, und es war ein würdiger Lebensabend für ihn.

Was auch richtig schön war – als wir fertig waren mit spielen, haben uns super viele Leute zu dem geilen Auftritt gratuliert. Richtig viel gutes Feedback, nicht nur von Leuten die unsere Musik schon lange kennen. Einige Leute kannten unsere Musik noch gar nicht und waren echt begeistert, und ein paar kennen uns zwar schon länger persönlich, kannten aber die Musik noch gar nicht so.

Es war jedenfalls richtig schön, und wir freuen uns schon auf den nächsten Auftritt! Vielleicht im Projekt 31?

Phant und Nami beim spielen von vorne. Die Lichtanlage leuchtet bunt.

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